Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Montag, 17. Juni 2019:
Losungstext:
Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein.
Jesaja 55,10-11
Lehrtext:
Paulus schreibt: Mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft.
1. Korinther 2,4

Geschichte der Kirchengemeinde Spenge

 

Hier soll die Geschichte der Kirchengemeinde dargestellt werden.

 

Die "Kirchengemeinde Spenge" in ihrer heutigen Form (dieser Text wurde 2018 verfasst) ist erst durch Fusionen entstanden.

- Spenge war eine eigene Kirchengemeinde mit eigenen Seelsorgerinnen und Seelsorgern mit langer Geschichte und umfasste vor allem die heutige Innenstadt der Kommune Spenge.

- Zur Kirchengemeinde Wallenbrück mit eigenen Seelsorgern gehörte dieser Ort und die umgebenden kleinen Dörfer westlich der Stadt Spenge.

- Der Bereich nördlich von Spenge gehörte zur Kirchengemeinde Hücker-Aschen mit eigenen Seelsorgern.

Eine Besonderheit ist die Kapelle in Groß-Aschen, die nach heutiger Definition auf dem Gebiet des Bundeslandes Niedersachsen steht und seelsorgerlich von Hücker-Aschen betreut wird.

 

 

Dieser Teil unserer Homepage beschreibt die Geschichte bezogen auf die St.- Martins-Kirche. Sie ist heute die Kirche des Bezirkes Spenge der Kirchengemeinde Spenge.

Ergänzt werden müssen die Zusammenhänge zu den Kirchen und der Kapelle, die in den anderen Bezirken zu finden sind.

 

Die Anfänge

Die Geschichte der Kirchengemeinde Spenge reicht bis in die Zeit von Kaiser Karl dem Großen zurück. Dieser hatte um das Jahr 800 für sein ganzes damaliges Reich eine flächendeckende kirchliche Versorgung festgelegt. Alle seine Untertanen sollten in ihrem Wohnbereich einem entsprechenden Pfarrbezirk zugeteilt sein und dementsprechend wissen, wohin sie kirchlich bei Amtshandlungen und zum Gottesdienstbesuch gehören.
Die Pfarrbezirke waren oft reichlich groß und schlossen weite Wege ein. Die ganze weite Fläche zwischen den Nachbargemeinden Jöllenbeck, Wallenbrück, Hoyel, Bünde und Enger bildete einschließlich von Groß-Aschen und dem Hücker Moor das Spenger Kirchspiel. Es war dem Bistum in Osnabrück unterstellt und wurde von dort aus später dem Marienstift in Bielefeld zugeordnet. Die Kirche selbst, ursprünglich wohl eine bescheidene Holzkirche, war von den Edelleuten zu Spenge als gutsherrliche Eigenkirche eingerichtet worden und den Anwohnern zum gottesdienstlichen Gebrauch zur Verfügung gestellt. Der kirchliche Dienst unterhielt sich durch die Stiftungen der Edelleute sowie durch die bei den Amtshandlungen anfallenden "Stolgebühren" und andere freie Spenden (Kirchensteuern sind erst eine Regelung der Neuzeit). Auch die Opferbereitschaft der an sich armen Bevölkerung war groß, wie ja auch die Stiftung des Martinsaltars beweist.

 

 

Die Reformationszeit

Im Unterschied zu den benachbarten Städten Herford und Bielefeld hat sich die Reformation in Spenge nur sehr allmählich durchgesetzt. Eine Visitation in der Grafschaft Ravensberg ergab für Spenge im Jahr 1533, dass dort "keinerlei Rotterey und Neuerung" bestand. Die Gemeinde umfasste damals etwa 600 Kommunikanten und verfügte, abgesehen von der Hauptkirche, über zwei weitere, wahrscheinlich in Groß-Aschen und Klein-Aschen gelegene Kapellen. Von dem damaligen Pfarrer Konrad Jerrentrup wird uns berichtet, dass er eine Frau mit einem Kind bei sich habe, von der er sich nicht trennen wolle. Offensichtlich wurde also das Zölibat nicht sehr ernst genommen. Aber das bedeutet noch nicht, dass die Gemeinde evangelisch wurde. Das geschah erst zu Zeiten seines Nachfolgers Hermann Vahrenhold, der im Jahr 1562 seinen Vorgänger ablöste.
So hat sich also der Übergang der Reformationszeit in Spenge ganz allmählich und fast unmerklich vollzogen. Harte Auseinandersetzungen, wie sie etwa in Herford und Bielefeld erfolgt sind, hat es in Spenge nicht gegeben, was freilich auch in der Gleichgültigkeit  der damaligen Gemeinde seine Ursache haben mag. Das Ravensberger Land und damit die Kirchengemeinde Spenge war durch seinen Landesherren als Ganzes dem Luthertum zugefallen.
In der Folgezeit hat die Gemeinde unter den kriegerischen Auseinandersetzungen, die der Reformationszeit folgten und ihren Höhepunkt im dreißigjährigen Krieg fanden, viel zu leiden gehabt. Mit dem westfälischen Frieden im Jahr 1648 fiel die Grafschaft Ravensberg dem preußischen Staat anheim. Das bedeutete für Spenge in kirchlicher Beziehung eine straffere Verwaltung durch die königliche Oberbehörde, das Konsistorium in Minden. Die evangelische Kirche war als Volkskirche auch Staatskirche und ist es bis zum Ende des ersten Weltkrieges geblieben.
Geistlich war diese Zeit wenig lebendig. Nüchterne Aufklärung beherrschte die Kanzeln, und die Gemeinde vollzog ihre Kirchlichkeit nur pflichtgemäß in obrigkeitlichem Gehorsam. Um Untergrund aber gab es hier und da allerlei verborgene Bewegungen, ausgehend von pietistischen Gruppen, die sich in kleinen Zirkeln zu Gebet und Bibellesen in den Häusern trafen und regelmäßig von den Sendboten der Herrenhuter Brüdergemeinde des Grafen Zinzendorf besucht und betreut wurden. Von der staatlichen und kirchlichen Obrigkeit wurde das sehr kritisch beobachtet und oft auch unter Strafe gestellt.
Im Jahre 1834 wurde als Nachfolger des aufgeklärten Pfarrers Ludwig Arnold Seippel, der Pfarrer Ernst Weihe, Enkel des weitbekannten Gohfelder Erweckungspredigers Friedrich August Weihe (1751 bis 1771) als Pfarrer in Spenge berufen. Damit begann eine in allen nachfolgenden Generationen weiter wirkende Belebung der Kirchlichkeit.