Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 12. Dezember 2018:
Losungstext:
Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.
Hiob 16,19
Lehrtext:
Paulus schreibt: Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.
2.Timotheus 4,16-17

St.Martins-Kirche in Spenge

Bild: Hartmut Grothaus

                    

Baujahr: Anfang des 13. Jh. als Filialkirche des Kanonikerstiftes

Neustadt-Marien in Bielefeld als einschiffige Hallenkirche errichtet.

Im 19.Jh. um Chor und Seitenflügel erweitert.

 

Baustil:   gotisch, geostet

 

Besonderheiten:

Der Martinsaltar aus dem 15.Jh. ist ein Schmuckstück westfälischer Holzbildhauerkunst und zeigt neben der Darstellung der Mantelteilung durch St. Martin

Szenen der Passionsgeschichte Jesu.

 

Wegscheiderorgel von 2005.

 

 

Um die Kirche in einem Stadtplan, mit einem Routenplaner oder einem Navigationssystem zu finden:

die Adresse ist "Lange Straße 72" in 32139 Spenge.

 

Ein Parkplatz ist gegenüber am Friedhof zu finden, ansonsten parkt man entlang der Lange Straße.

 

 

Kirchenführung

Die Spenger Katechumenen haben eine Kirchenführung erstellt !

Durch Anklicken des Textes in der nächsten Zeile kann sie angezeigt werden:

 

Geschichte der Martinskirche

Die Martinskirche in Spenge

Wer auf Spenges Hauptstraße, der Lange Straße, in Richtung Norden geht, findet am Ausgang des Ortszentrums zur rechten Hand die St.-Martins-Kirche und das 1980/81 erbaute Gemeindezentrum.

Noch vor gut 100 Jahren lag die Kirche ziemlich frei auf der kleinen Anhöhe, umgeben von dem mit einer Mauer abgeschlossenen Friedhof. Dieser bestand bis zum Jahr 1877. Seitdem wird nur noch der neue Friedhof auf der gegenüberliegenden Seite der Lange Straße benutzt.

Die Spenger Kirche wird erstmals genannt in einer Urkunde aus dem Jahr 1160. Darin überwies der Bischof Philipp von Osnabrück (1141-1173) dem Probst des Stiftes St. Johann zu Osnabrück die Einkünfte aus dem Dekanat zu Spenge und acht weiteren Kirchenorten im östlichen Teil der Diözese. Zweck dieser Übertragung war es, die wirtschaftlichen Verhältnisse des Stiftes St. Johann zu verbessern.

Innenraum der Martinskirche

 

Die heutige St.-Martins-Kirche wurde in der 2. Hälfte des 13. Jh. gebaut.

Älter ist noch der mächtige, 34 m hohe Turm, der wahrscheinlich von einer romanischen Vorgängerkirche aus dem 12. Jh. stammt. Dass eine ältere Kirche vorhanden war, bestätigen die Ausgrabungsergebnisse aus dem Jahr 1975. Es wurden Grundmauern eines kleineren Kirchengebäudes gefunden.

Vor diesem hat wahrscheinlich schon eine Holzkirche bestanden aus der Zeit der Frankenkönige (9. Jh.). Das kann angenommen werden, weil diese den St. Martin (Bischof von Tours † 397) als ihren Schutzpatron verehrten und Kirchen seinen Namen gaben.

 

 

Innenraum der Martinskirche 1953

 

An der Spenger Kirche sind im Laufe von Jahrhunderten nur kleine Veränderungen vorgenommen worden.
Eine einschneidende Baumaßnahme erfolgte erst im Jahr 1877, als dem Kirchenschiff zwei Flügel und ein Chorraum angefügt wurden.

Diese Anbauten waren erforderlich geworden, weil die Kirche für die vielen Gottesdienstbesucher, besonders seit der Zeit der Ravensberger Erweckungsbewegung im 19. Jh., zu klein geworden war.

Der Martinsaltar

 

Bedeutendstes Schmuckstück der Kirche ist der Martinsaltar aus dem 15. Jahrhundert, der seit 1993 wieder in der Kirche steht.

1877 war er im Zuge der Umbaumaßnahmen dem Westfälischen Kunstverein geschenkt worden, weil man für die Wiederaufstellung keinen geeigneten Platz zu finden glaubte und seinen Wert nicht erkannte.

Lange Jahre befand er sich im Westfälischen Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster, bis es 1993 der Gemeinde gelang, den Altar als Dauerleihgabe wieder in die Kirche zu holen.

Private Geldspenden haben die Restaurierung ermöglicht. Der Martinsaltar (auch Spenger Altar) ist ein besonders reizvolles Stück mittelalterlicher westfälischer Holzbildhauerkunst.

Er zeigt Szenen aus der Passionsgeschichte Christi und ein Bild der Legende, in der der heilige St. Martin seinen Mantel mit einem Bettler teilt.

Ursprünglich handelte es sich um einen dreiteiligen Klappaltar - die Befestigungsstellen der Seitenflügel sind noch deutlich zu erkennen - erhalten ist aber nur das Mittelstück.

 

 

 

Weitere Schmuckstücke der Kirche sind der Kronleuchter mit dem Doppeladler aus dem 17.Jh. (vor dem Altar) und ein vielarmiger Messingleuchter (im Kirchenschiff), der im Jahre 1880 von der Gemeinde Groß-Aschen (Niedersachsen), die bis 1952 zur Kirchengemeinde Spenge gehörte, geschenkt wurde.

 

 

 

 

 

 

Bronzerelief St. Martin

 

An St. Martin, den Schutzpatron der Kirche, erinnert auch ein Bronzerelief mit der Darstellung der Martinslegende, das im Jahr 1981 an der Nordwand des Kirchenschiffes eingelassen wurde.