2008/09

Bekanntwerden von Korrosionsschäden

Bekanntwerden von erheblichen Korrosionsschäden am historischen Bleipfeifenwerk; Ausbau und Untersuchung dreier Prospektpfeifen durch den Orgelsachverständigen der Ev. Kirche von Westfalen, H.-Chr. Tacke; zwischenzeitliche Einlagerung dieser Pfeifen in der OBW Steinmann; Stellungnahme zum Pfeifenwerk von ObM Reinalt Klein: Die Körperlängen vieler Pfeifen sind original erhalten; deutliche Nachweise von Zirkelrissen im Bereich der Mündung und des Labiums ermöglichen es, die Körperlängen und andere Parameter veränderter Pfeifen zu rekonstruieren (Mensuren, Stimmtonhöhe, Temperatur, Klang). Das barockzeitliche Pfeifenwerk besteht aus starkwandigem Material mit hohem Bleianteil „von sehr guter Faktur“, aus der Hand „geschickte(r) und kompetente(r) Orgelbauer“, zeigt Hammerspuren und höchstwahrscheinlich durch Walzen entstandene Materialfaltungen. Das ältere Pfeifenwerk stammt aus zwei verschiedenen Epochen: Die ältere Form zeigt Spitzlabien, breite flache und heißgelötete Nähte (Principal 8′), die jüngere Form weist Rundlabien, seitliche Signaturen und schmalere, rundere Lötnähte auf. Pfeifen der älteren beiden Epochen sind bei mehreren Registern durchmischt, z. B. stehen zwischen den Diskantpfeifen von Principal 8′ auch Pfeifen einer Octave 2′. Verschiedene Prinzipalpfeifen des ältesten Pfeifenbestandes tragen deutliche Spuren sehr niedriger Rasterbretter. Die Deckel des Metallgedackts wirken jünger als die Pfeifenkörper, möglicherweise aus dem 18. Jh. [die Schriftquellen verweisen auf Kummer 1840, A. K.]. Wie bereits der augenscheinliche Befund erkennen lässt, ist eine dem entstehungszeitlichen Klang sehr nahekommende Restaurierung des Pfeifenwerks möglich.

Quelle: Kamm Chronologie_Orgel_Wallenbrueck Disposition

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